Selbstversuch: Agile Family

Wir starten das Experiment „Agile Family“. Dabei werden wir testen wie gut sich das System Kanban in unsere Planung und Alltagsgestaltung integrieren lässt und (viel wichtiger), ob es uns als Tool dort sinnvoll unterstützen kann.

Wir starten dabei mit Flight-Level 1, denn der Zufluss besteht ja in der Familie in der Regel aus Aufgaben, die von außen auf die Familie einprasseln.

Warum Kanban, wenn doch Scrum der heiße Scheiß ist?

Scrum ist ein System zur Produktentwicklung, Kanban steht für eine kontinuierliche Beobachtung und Steuerung von Prozessen. Daher ist Kanban als mögliche Dauerlösung für eine Aufgabenverwaltung innerhalb einer Familie aus meiner Sicht besser geeignet.

Wie „implementieren“ wir Kanban?

Der Plan ist: Alles, was nicht sofort und tendenziell auch vom Partner erledigt werden könnte, landet auf dem Kanban-Board.

Aufgaben mit Wochen- und Monatsabständen (Kaffeemaschine reinigen, NAS Backup, etc.) werden konfiguriert als „wiederholt sich, sobald die Aufgabe in der letzten Spalte landet.

Größere Aufgaben (z.B. Planung für Parties, Steuererklärung), die man in Teilschritte unterteilen kann, bekommen Unteraufgaben.

Ob und wie die Themen „Komplexität“ oder Zeiterfassung auf Dauer genutzt werden, müssen wir mal schauen.

Swimlanes haben wir erstmal keine, mal schauen ob wir in Zukunft damit arbeiten werden, um zum Beispiel Scrumartige Wochen-Sprints zu planen oder so. Allerdings hat unsere Lösung Start- und Ablauf-Daten an den Tickets, so dass das ggf. auch nur eine andere Sicht auf unsere sowieso vorhandenen Daten ist.

Das wir hier auf eine Software-Lösung aufsetzen, hat rein praktische Gründe: Email-Reminder, Wiederkehrende Aufgaben, und ständige Verfügbarkeit, dafür keinen aktuell sinnvollen Platz in der physischen Welt.

Wir haben uns erstmal für die Software KanBoard entschieden. Die ist Open Source und sehr einfach auf einem Webspace wie Uberspace zu hosten. Ja, Trello ist auf den ersten Blick schicker, ist aber in der Cloud gehostet.

Außerdem hat sich das System schon um ein zweites Projekt erweitert, dass einen engen Freundeskreis betrifft.

Sind wir ein Einzelfall?

Ich denke nicht, dass wir die ersten sind, die auf diese Idee setzen, und habe mal recherchiert: wir sind kein Einzelfall.

  1. Abenteuer Homeoffice
  2. Familie Buddenbohm hat es 2015 schon getestet und eine Diskussion in den Kommentaren ausgelöst
  3. Projekte Leicht Gemacht hat einen Artikel mit einer Beispielimplementation

Einfach mal „Kanban“ und „Familie“ bei einer Suchmaschine deiner Wahl eingeben und überraschen lassen.

Das ganze ist auch mit dem Begriff „Personal Kanban“ verwandt.

Und auch wenn ich Scrum als fortwährendes Tool zum Familienmanagement nicht sehe, gibt es auch dazu Erfahrungen, z.B. von Martin Lapointe (deutsche Übersetzung; Original) oder Ralph Jochem.

Auch interessant ist der Artikel im Harvard Business Manager magazin mit Methodenbeschreibungen und Tipps.

Wie geht es weiter?

Wir werden mal einen oder zwei Monate testen und wahrscheinlich sinnvollerweise auch dauerhafte „Meetings“ wie in dem Harvard-Artikel erwähnt abhalten. Mal schauen wie weit wir dabei kommen, mit 2 Kindern im Haushalt ist sowas eine echte Herausforderung.

Die Aufgaben in einem und in 2 Monaten ein Fazit zu ziehen, habe ich jedenfalls gerade schon mal in der Ideen-Spalte hinterlegt…

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