Der nächste Browserkrieg steht vor der Tür

Heise meldete: Opera will auf Webkit umstellen. Damit wird eine oft zitierte, aber wenig genutzte Rendering-Engine, ein Innovationsmotor aussterben. Ein Zukunftsausblick.

Wir haben es in der Vergangenheit bereits erlebt und wir werden es wieder erleben: Browser-Kriege. Wie immer, auf einem technisch anderen Niveau als im letzten Krieg, aber das Problem bleibt das gleiche wie beim letzten Mal: „I’m #1, why try harder“.

Ja, Webkit hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durch Chrome und Safari mitgemacht. Webhit unterstützt tolle neue (CSS3/HTML5)-Features (fast) immer am schnellsten. Dieses technische Meisterstück ist Microsoft vor 12 Jahren auch schon mal gelungen. Alle haben sich darangehängt und tolle IE-optimierte Seiten gebaut. 12 Jahre später beginnen Agenturen und Kunden zu langsam einzusehen, dass der IE6 nicht mehr das Maß der Dinge ist. Dennoch wird die aktuelle Generation der Entwickler immer noch nicht darum herumkommen, ein bisschen Rücksicht auf den alten Browser zu nehmen.

Und dann bleibt immer noch das Basisproblem, dass auch bei Golem angesprochen wird: Webkit ist nicht gleich Webkit. Mein „altes“ Nokia E71 hat auch einen Webkit-Browser. Mein Android-Handy mit dem Standard-Browser und Chrome sogar zwei. Apple hat den Safari und den mobile Safari. Dann gibts noch den Chrome. Es gibt also, wenn man nur die aktuellen Versionen betrachtet, mindestens 5 verbreitete Versionen. Nimmt man die Fragmentierung bei Android mit hinzu, kommt man auf sechs verschiedene Webkits. Kommt Opera hinzu, zähle ich erstmal sieben, die mobile-Version wird sich sicher in einigen Punkten von der Desktop-Version unterscheiden. Damit sind wir bei acht Versionen.

Damit hat eine einzige Rendering Engine zuerst gefühlte 95% des mobilen Marktes, dann auch noch einen Desktop-Marketshare von über 50%, wenn man Wikipedia als einigermaßen repräsentativ verteilte Website ansieht.

Mag sein, dass Opera keine riesige Marktmacht waren, aber sie waren eine treibende Kraft in der Entwicklung und der Standardtreue. Opera war der erste Browser, der gefühlt alle HTML5-Form-Widgets unterstützt hat. Schnell, integriert und klein.

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