WIFIonICE und Docker

Aus aktuellem Anlass berichte ich heute über meine Probleme mit dem WLAN der Deutschen Bahn im ICE.

Kurz bevor ich fluchend aufgeben wollte, weil der Internetzugang über das WLAN nicht funktionierte (wie gewohnt), stellte ich verwundert fest, dass mein Smartphone keinerlei Probleme hatte.

Daraufhin begab ich mich auf Fehlersuche und stellte bald darauf fest, dass die IP-Range des WLANs mit der der Docker-Netzwerkbrücke (docker0) kollidiert (172.18.0.0/16).

Wenn alle Docker-Container gestoppt wurden, funktionierte der Internetzugriff \o/.

Im ubuntuusers.de Forum fand ich schließlich einen geeigneten Workaround:

Man konfiguriert in der Datei /etc/docker/daemon.json eine alternative IP-Range für die Docker-Netzwerkbrücke:

{
    "bip": "172.26.0.1/16"
}

Anschließend startet man den Docker-Dienst neu:

sudo systemctl restart docker.service

Jetzt kann man die Container wieder ohne Probleme starten, da die IP der Netzwerkbrücke nicht mehr mit der WLAN-IP kollidiert.

Off-Topic

Zum Anschluss möchte ich noch ein paar generelle Gedanken zum Thema „Internet im ICE“ loswerden.

Die Bahn macht meiner Meinung nach inzwischen mit ihrem WIFIOnIce einen recht guten Job. Im Gegensatz zum alten WLAN, das noch kostenpflichtig war, funktioniert die Verbindung relativ stabil. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Beschränkung auf 200MB Traffic in der zweiten Klasse. Aber immerhin: es geht voran.

Was mich dann doch schockiert hat, ist die grauenvolle Netzabdeckung von Vodafone auf der gesamten Rheinstrecke Frankfurt – Bonn. Sobald man die Bahnhöfe der großen Städte verlässt, hat man entweder Edge oder gar keinen Empfang. Das spiegelt meinen aktuellen Eindruck von unserer gesamten Netzinfrastruktur in Deutschland wider.

Wir machen uns als „Industrienation“ absolut lächerlich. In keinem anderen europäischen Land hat man derartige Probleme. Ich komme gerade aus der Schweiz zurück, wo man auf jedem kleinen Bergpfad mit 4G unterwegs ist. Das wäre zwar auch hier nice to have, aber es wäre ja schon mal ein erster Schritt, wenn zumindest die Bahnstrecken ausreichend mit Netz versorgt würden.

Kommentare sind geschlossen.