WordPress Premium Themes — Ein Fazit

Ich habe im letzten Monat für eine Immobilienfirma in Hamburg gearbeitet und dabei auf einem Theme aufgesetzt, welches der Kunde sich gewünscht hat. Ein WordPress-Premium-Theme.

Ich hatte in der Vergangenheit ein paar Projekte mit Themes von Elmastudio umgesetzt, was ich auch nie wirklich als problematisch empfand. Die Themes sind recht ausgereift und überschaubar.

Nun hatte ich einen Kunden, der eine Seite auf Basis eines amerikanischen Premium-Themes erstellt haben wollte. Die Vorleistung, die das Theme liefert, hätte ich in der kurzen Zeit nicht aufholen können. Allerdings weiss ich nach über 10 Jahren Softwareentwicklung, dass in jedem Projekt, in dem ein Framework zum Einsatz kommt (oder man selbst etwas einigermaßen Framework-ähnliches im Zuge dessen entwickelt).

Die Demo des Themes zeigt so einige Dinge, was dabei nicht erwähnt wird: 50% dieser Dinge, die auch beim Kunden die Kaufentscheidung stark beeinflusst hatten, werden von diversen kostenpflichtigen Premium-Plugins nachgeliefert, für die (und nur die) das Theme auch entsprechende Vorbereitungen mitbringt.

Basis des Themes bildet eine Integration von WP-Job-Manager. Soweit so gut. Damit diese Jobs in dem Theme auch facettiert gesucht werden können, muss WP-Facet-Search gekauft und installiert werden (79$). Damit die Jobs dann auch die Tags-Taxonomie von WordPress verwenden können, muss das entsprechende Plugin für 19$ gekauft werden. Slider Integration besteht für das Theme keine.

Um einen Slider auf der Homepage zu integrieren, musste ich ein neues Template erstellen und einige Styles anpassen, damit das überhaupt funktioniert hat.

Für die „widgetized Homepage“ die Templates für die Widgets zu überschreiben wäre eigentlicht einfach, wenn man, wie sonst auch im Theme „get_template_part()“ verwendet oder die Widget-Functions wenigstens pluggable gemacht hätte. So konnte ich komplette Funktionen inkl integiertem HTML kopieren und damit die Anzahl der Widgets fast verdoppeln.

Einfach war dann hingegen das Erweitern der Jobs-Einträge um neue Felder – das ist aber eher eine Funktion von WP Jobs Manager, nicht vom Theme.

Ach ja: Um mit WP-All-Import neue Einträge in die Datenbank mit den neuen Feldern (oder auch denen, die das Theme schon hinzugefügt hat) zu importieren, wäre auch noch ein Premium Plugin notwendig.

Und SVG-Icons inline mit get_template_part() einzubinden, finde ich wieder eine sehr gute Idee.

Und wenn ein Theme mit Customify kommt: nutzt für eigene Styles und Scripte lieber ein Child theme statt den Funktionen für „Custom CSS“ und „Custom Javascript“. Das ist versionierbar, cache-freundlich und deutlich einfacher ausrollbar.

Fazit

Ich bin nicht begeistert von solchen Single-Purpose-Themes. Insbesondere nicht, wenn das Theme umfangreiche Extra-Funktionen mitbringt, die mit dem Wechsel des Themes verloren gehen. Da es in diesem Fall um Immobilien ging, wäre eine Lösung auf Basis von WpCasa vermutlich sinnvoller und nachhaltiger gewesen, da es mittlerweile auf einem (Free) Plugin basiert (auch hier sind kostenpflichtige Erweiterungen vorhanden). Bei einem Relaunch der Seite, die dann mit weniger Zeitdruck erfolgt, werde ich das auch noch mal genauer evaluieren.

Jedenfalls ist meine Erwartung, wenn ich ein solches Single-Purpose-Theme kaufe, dass das ganze wie in den Demos funktioniert und wenn ich dafür etwas nachkaufen muss, dann sollte das in der Demo auch dabeistehen, was noch zusätzlich für die Funktion gekauft werden muss. Für mich als Entwickler ist das nämlich ziemlich besch****, wenn ich alle Nase lang sagen muss „dazu musst Du noch Plugin xy für xx$ nachkaufen“. Mag sein, dass andere das anders machen, ich finde das unschön.

Lernen kann man von den Premium-Themes auf jeden Fall einiges, gutes, und schlechtes.

Wochenbericht 2016.33

Diese Woche leider wieder etwa weniger Auswahl:

I hack Time ist mal wieder ein Blogpost zum Thema „Wie gehe ich effektiv mit meiner Zeit um“. Ist natürlich auch für Entwickler ein wichtiges Thema.

Wer Programmierer sucht, kann sich nun mit „Qualified.io“ automatisierte Unterstützung holen.

Wochenbericht 2016.31

Jemand hat ein „Flex Layout Attribute (FLA)“ entwickelt. Damit kann man Flexbox-Grid-Module einfacher bauen.

Wer Services mit Payment-Anbindung baut, muss und sollte diese Payment-Dinge gut testen. Welche Testdaten es gibt und bei welchen Anbietern sie unter welchen Bedingungen funktionieren zeigt „Testing Credit-Card Numbers In E-Commerce Checkouts (Cheat Sheet)“ von Smashing Magazine.

sharingbuttons.io liefert – ratet mal – Share-Buttons, ohne Tracker, ohne JS, nur mit CSS und Inline-SVG aus.

Warum man immer ein Label in Formularen nutzen sollte, und warum Select-Felder das oft nicht haben: Always use a label

Komplexe API-basierte Anwendungen erzwingen auch Nachdenken bei den HTTP-Fehlercodes um sinnvolle Ergebnisse für jegliche Clients zu produzieren. Wie man den richtigen Statuscode findet: Choosing an HTTP Status Code

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